Fachtag 2026 - Solidarisch füreinander sorgen

Demokratie und Zivilgesellschaft unter Druck – gemeinsame Vorsorge in Krisenzeiten

Referent*in: Joel Campe, KURVE Wustrow

Freitag, 30.10.2026
9:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Rabryka, Conrad-Schiedt-Straße 23, 02826 Görlitz 

Inhalt des fachtags

Was brauchen wir, um auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn demokratische Strukturen unter Druck geraten, gesellschaftliche Spaltungen zunehmen und wichtige Ressourcen für das Gemeinwohl schwinden? Wie können Kommunen, Verwaltungen, Hochschulen und zivilgesellschaftliche Akteure solchen Entwicklungen gemeinsam begegnen und dafür sorgen, dass Solidarität, demokratische Werte und ein gutes Leben für alle nicht unter die Räder geraten?
 
Der Kreis Görlitz verfügt über eine vielfältige Landschaft engagierter Menschen, Initiativen, Institutionen und Orte, die sich für Demokratie, soziale Teilhabe und ein gutes Leben für alle einsetzen. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen spürbar: Kürzungen in vielen Bereichen und die Zunahme autoritärer und antidemokratischer Haltungen stellen auch Kommunen, Verwaltungen und Hochschulen vor neue Herausforderungen.
Wie können wir angesichts dieser Entwicklungen gemeinsam vorsorgen? Wie lassen sich vorhandene Ressourcen und Kompetenzen besser miteinander verbinden? Und wie können insbesondere Menschen und Gruppen geschützt und gestärkt werden, die von Krisen und gesellschaftlichen Veränderungen besonders betroffen sind, ohne dass Verantwortung und Belastung bei Einzelnen hängen bleiben?
 
Unser Fachtag „Solidarisch füreinander sorgen“ widmet sich diesen Fragen und stellt den Ansatz Mutual Aid (gegenseitige Hilfe) in den Mittelpunkt. Mutual Aid versteht Krisenvorsorge als gemeinsame Aufgabe: Nicht die Frage „Wer hilft den Benachteiligten?“, sondern „Wie können wir füreinander Verantwortung übernehmen und vorhandene Ressourcen miteinander teilen?“ steht dabei im Mittelpunkt.
Durch den Tag führt uns Joel Campe von KURVE Wustrow e.V., unterstützt durch einen Fachimpuls durch Julia Kramer. Zuerst gibt es eine Einführung in den Mutual Aid-Ansatz. Anschließend arbeiten wir anhand einer Kartografie des Landkreises Görlitz mit konkreten Krisenszenarien mit Demokratiebezug. Dafür betrachten wir bestehende Ressourcen, Strukturen und Handlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, erste gemeinsame Strategien zu entwickeln und Ansatzpunkte für konkrete Kooperationen zu identifizieren.
 
Dabei geht es unter anderem um die Fragen:
• Was können wir tun, wenn demokratische Institutionen und Verwaltungen zunehmend unter Druck geraten?
• Wie können wir solidarisch reagieren, wenn einzelne Engagierte oder Institutionen angegriffen werden?
• Welche Strukturen brauchen wir heute, damit wir in zukünftigen Krisen handlungsfähig bleiben?
Der Fachtag versteht sich dabei ausdrücklich als gemeinsamer Arbeits- und Denkraum. Wir wollen nicht nur über Krisen sprechen, sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickeln, vorhandenes Wissen sichtbar machen und Ansatzpunkte für Kooperation und gegenseitige Unterstützung identifizieren.

Ablauf

Begrüßung und Einführung: Was ist Mutual Aid (gegenseitige Hilfe)?
Grundlagen und praktische Ansätze kollektiver Fürsorge in Krisenzeiten
Einordnung aktueller Herausforderungen und Perspektiven auf solidarische Krisenvorsorge

Kartierung
Gemeinsamer Blick auf Ressourcen, Strukturen, Akteur und mögliche Krisenlagen im Landkreis Görlitz

Arbeit an konkreten Krisenszenarien
Entwicklung gemeinsamer Pläne und Strategien

Ausblick und nächste Schritte
Was können wir aus dem Fachtag mitnehmen und wo können konkrete Kooperationen entstehen?

Für wen ist der Fachtag? Was kann ich mitnehmen?

Wir laden zivilgesellschaftlich Engagierte sowie Vertreter*innen aus Kommunen, Verwaltungen, Hochschulen und weiteren öffentlichen Institutionen herzlich ein, ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen einzubringen.

Der Fachtag bietet die Möglichkeit, neue Methoden kennenzulernen und die Handlungskompetenz im Umgang mit gesellschaftlichen Krisen und demokratiegefährdenden Entwicklungen zu erweitern. Die gemeinsame Arbeit an konkreten Szenarien ermöglicht es, die gewonnenen Erkenntnisse auf das eigene Arbeitsfeld zu übertragen und Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Praxis mitzunehmen.
Krisenvorsorge beginnt lange vor der Krise: Wenn wir uns kennen, Ressourcen teilen und tragfähige Netzwerke aufbauen, können wir auch unter schwierigen Bedingungen gemeinsam handeln.

Antidiskriminierungs-regel

Den Veranstaltenden ist ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehr wichtig. Störungen oder Beleidigungen führen zum Ausschluss aus der Veranstaltung. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.